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Stufenplan der medikamentösen Behandlung:

Sollte Allgemeinmaßnahmen nicht zum Erfolg führen, so empfiehlt sich eine Therapie mit Antihypertonika mit stufenweiser Steigerung der Anzahl der verschiedenen Medikamente und der Dosierungen. Eine medikamentöse Therapie mit Anstrebung von Optimalwerten ist stets indiziert bei Patienten mit Diabetes Mellitus, Nierenerkrankungen, kardiovaskulären Krankheiten u.a. Erkrankungen, die durch Bluthochdruck ungünstig beeinflußt werden.

Milde Hypertonie:

Werte systolisch 140-159 mmHg, diastolisch 90-99 mmHg: Es empfiehlt sich eine niedrig dosierte Monotherapie mit einem der 5 Basis-Antihypertonika. Die Auswahl richtet sich nach individueller Verträglichkeit und Begleiterkrankungen:

Betablocker
Diuretikum
Kalziumantagonist
ACE-Hemmer
Alpha-Blocker

Moderate Hypertonie:

Werte systolisch 160-179 mmHg, diastolisch 100-109 mmHg: Ziel ist es, den Blutdruck mit dem nebenwirkungsämsten Mittel zu normalisieren. Bei ungenügender Blutdrucksenkung unter Monotherapie sollte nicht bis zum Dosismaximum gesteigert werden, da sonst auch die nebenwirkungen zunehmen. Es empfiehlt sich daher die Erweiterung auf eine Zweierkombination. Auch wenn die Diagnose "Hypertonus" neu gestellt wurde, jedoch bereits abzusehen ist, dass eine Monotherapie wenig erfolgversprechend sein wird, geht die Empfehlung der neuesten Leitlinien dahin, sehr bald, evtl. bereits von Anfang an mit einer Zweierkombination einzusteigen:

Diuretikum plus

Betablocker
Kalziumantagonist
ACE-Hemmer
Alpha-Blocker

oder

Kalziumantagonist plus

Betablocker ACE-Hemmer

Die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten haben eine unterschiedlich starke antihypertensive Wirkung (Kombinationen mit ACE-Hemmern wirken am stärksten).Die Auswahl richtet sich auch hier nach individueller Verträglichkeit und Begleiterkrankungen.

Schwere Hypertonie:

Werte systolisch >180 mmHg, diastolisch > 110 mmHg: Kommt es nach Austestung verschiedener Zweierkombinationen nicht zu einer Blutdrucknormalisierung fügt man eine geeignetes drittes Medikament hinzu, z.B.

Diuretikum + ACE-Hemmer + Kalziumantagonist

oder man kombiniert weitere Substanzgruppen. Manchmal muß sogar auf eine 4er- oder 5er -Therapie erweitert werden. Hierbei greift man zuerst auf die 5 Basis-Antihypertonika zurück, evtl. muß dann mit weiteren Substanzklassen erweitert werden (s.o.). Die Auswahl richtet sich auch hier nach individueller Verträglichkeit und Begleiterkrankungen.